Rohstoffe der Zukunft

In den kommenden Jahrzehnten wird die Rohstoffnachfrage wesentlich von dem Wachstum der Weltwirtschaft und dem technologischen Wandel bestimmt. Die Nachfrage nach Rohstoffklassikern wie zum Beispiel Eisen oder Stahl wird davon abhängen. Ebenso können Elemente, die bis jetzt eine geringe Bedeutung haben einen regelrechten Boom erleben.

Verschiedene Studien gehen der Frage nach, welchen Rohstoffen die Zukunft gehört und welche Rohstoffe an Bedeutung verlieren. Experten haben dazu 32 Zukunftstechnologien aus den Bereichen Elektro- und Antriebstechnik, Informations- und Kommunikationstechnik und Medizin unter die Lupe genommen.

Das Ergebnis ist zum Beispiel eine große Bedarfssteigerung für Gallium. Ein Bedarf von 600 Tonnen im Jahr 2030 ist eine Schätzung, die vom sechsfachen Bedarf im Vergleich zu heute ausgeht. Auch Neodym und Indium sind zwei Rohstoffe, die deutlich an Bedeutung gewinnen werden. Diese Rohstoffe werden bei der Herstellung von Elektromotoren, für die Beschichtung von Displays und in der Dünnschicht-Photovoltaik verwendet. Weitere wichtige Rohstoffe Für die neuen Zukunftstechnologien sind Germanium, Scandium, Platin, Tantal, Silber, Zinn und Kobalt.

Auch die Versorgungsrisiken der Rohstoffe wurden in den Studien analysiert. Das größte Versorgungsrisiko besteht nach Meinung der Experten bei Yttrium, welches ausschließlich in China gewonnen wird. Dieses Element hat besondere Eigenschaften, welche nur begrenzt durch andere Elemente ersetzt werden können. Yttrium hat zum Beispiel eine große Bedeutung in der Lasertechnologie.

Weitere Stoffe, die ein Versorgungsrisiko darstellen können sind: Kobalt, Wolfram, Lithium und Selen. Diese Rohstoffe haben eins gemeinsam, sie werden vor allem in politisch instabilen Ländern gefürdert und sind meist nur schwer durch andere Stoffe zu ersetzen.

Der Zugang zu den strategisch wichtigen Rohstoffen soll zum einen durch den Abschluss bilateraler Handelsabkommen gesichert werden und zum anderen ist die Wiederverwertung und damit die Rohstoffgewinnung aus Abfall ein zentrales Anliegen. Aus 14 Tonnen Elektroschrott lässt sich beispielsweise eine Tonne Kupfer gewinnen.

Um diese Menge an Kupfer zu gewinnen, müsste man im Vergleich dazu in einer Mine 1000 Tonnen Gestein abbauen. Jedoch gelangen, laut Schätzung des Bundesverbandes für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (BVSE), nur etwa die Hälfte von 1,8 Millionen Tonnen alter Elektrogeräte in den Recyclingkreislauf. Viele Geräte landen demnach im Restmüll oder werden teilweise illegal außer Landes geschafft. Umso notwendiger ist eine fachgerechte Entsorgung des Abfalles, um so die Rückgewinnung wichtiger Rohstoffe zu sichern.

Quelle: focus.de